Aufnahmen von der Premiere im "Eisernen Ritter" in Boppard/Weiler

Rhein-Hunsrück-Anzeiger präsentiert "Mördergold"

Weiler/Boppard. Im Landgasthof „Eiserner Ritter“ in Weiler sind es die Gäste gewohnt, dass sie wunderbar zubereitete und arrangierte Köstlichkeiten aus der Region aufgetischt bekommen.

Hier kann man genießen und schmeckt die Region. Das Mittelrheintal und der Hunsrück werden zu einem Gaumenerlebnis. Vor wenigen Tagen war der Landgasthof Schauplatz einer ganz besonderen Verköstigung, bei der ausnahmsweise nicht die Zungen als Geschmacksorgane verwöhnt wurden:
Es ging ums Zuhören. Der bekannte Bopparder Autor Stefan Nick stellte in einer vom Rhein-Hunsrück-Anzeiger veranstalteten exklusiven Buchpräsentation seinen dritten Heimatkrimi mit dem Titel „Mördergold“ vor. In einer sympathisch perfekten Inszenierung wechselten sich mehrminütige Textauszüge, die der Autor vorlas und Musikbeiträge von Walter Stumm und Ginger G. Becker alias „The Bock“ ab. Ein Wechsel, dem man ohne Übertreibung das Prädikat „absolut gelungen“ aussprechen kann, denn die Textpassagen und die Musik mit Liedern in deutscher Sprache

ergänzten sich gegenseitig künstlerisch hervorragend und trugen dazu bei, dass den 50 Gästen ein kurzweiliger und spannungsgeladener Abend – passend zum Heimatkrimi „Mördergold“ - geboten wurde.
So viel vorweg: Stefan Nicks „Mördergold“ hebt sich aus der Flut von Heimatkrimis, die in nahezu jedem Winkel der Republik „spielen“, deutlich ab. Während viele Autoren und Hobbyautoren weder sprachlich noch inhaltlich überzeugen und ihre Resultate meist literarisch flach und bedeutungslos sind, glänzt Nick mit „Mördergold“.

Eine komplexe undspannende Story wird mit einer anspruchsvollen und zugleich leicht bekömmlichen Sprache erzählt. Und ganz nebenbei – sozusagen als Zugabe – liefert der Autor ohne erhobenen Zeigefinger einen Schuss Gesellschaftskritik.

„Die Idee zu diesem Krimi hatte ich schon länger, vor etwa vier Jahren habe ich mit „Mördergold“ angefangen“, sagte Stefan Nick dem RHA. Der gebürtige Koblenzer – Jahrgang 1962 – hatte bereits als Jugendlicher seine Affinität zum Schreiben entdeckt, verfasste Gedichte und sammelte schon früh journalistische Erfahrungen bei Schüler- und Stadtzeitungen und wurde viele Jahre später zu einem freien Mitarbeiter des Rhein-Hunsrück-Anzeigers. Doch der Mann, der seine Heimat spürbar liebt und sich zu ihr schreibend bekennt, hat mit seinen Heimatkrimis „Balduinsmord“, „Räuberhöhle“ und

aktuell „Mördergold“ offensichtlich künstlerisch das gefunden, was ihm am ehesten liegt. „Für mich gehören Geschichten

und die Geschichte zusammen“, so Nick. „Deshalb gibt es in meinen Kriminalromanen immer verschiedene Handlungsstränge, die zusammenlaufen.“ Im „Mördergold“ verknüpft er brillant einen Mord mit der Nibelungensage, Geschichte, Zeitgeschichte und aktuellen gesellschaftspolitischen Ereignissen. „Bei mir zieht sich der Handlungsbogen bis in die heutige Zeit. Und da ich immer auch die Region mit einbeziehe, ist „Mördergold“ auch eine Art Reiseführer“, so Stefan Nick.

Beim Vorstellen seines Krimi-„Reiseführers“ im Rahmen des RHA-Events in Weiler tauchten bei den Textauszügen, die der Autor lebendig und mitreißend vorlas, neben Boppard auch Kastellaun, Bingen, Koblenz, die Loreley, St. Goarshausen, Worms, Bacharach und Berlin als Schauplätze auf. Und immer, wenn es allzu spannend wurde, stoppte der Autor mit dem Vorlesen, um nicht alles von der Kriminalgeschichte preiszugeben. Dann kamen die beiden Musiker ins Spiel und spannten den Spannungsbogen virtuos mit Gitarre, Mundharmonika und Gesang weiter an. Die deutschen Liedtexte – passend zum Buch, teils eigens dafür geschrieben – trafen stets das Momentum: von sanft bis aggressiv, von zart bis hart. „Die Welt wird sich verändern, ob wir´s wollen oder nicht, denn keiner weiß, was morgen ist…“ – Walter Stumm und Ginger G. Becker bereicherten in jeder Phase die Buchpräsentation.

Die gut 50 Gäste waren sich einig: An diesem Abend hat alles gepasst. In Anlehnung an Komplimente, die Journalisten den stärksten Pedalisten bei der Tour de France zuerkennen, fällt das Fazit des RHA so aus:

Chapeau Stefan Nick! Chapeau The Bock! [za]

 


Rhein-Hunsrück-Anzeiger Nr. 43, 21.10.2015; Fotos: RHA; Text: Jürgen Zanger

 


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